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Gute Nachrichten aus der Computerwelt: Twitter hat angekündigt, die Entwicklung von OpenSource Software finanziell zu unterstützen. Genauer geht es um die Apache Software Foundation. Die betreibt unter anderem den namensgebenden Webserver Apache, Software wie Hadoop oder Mesos und auch die beliebte Office-Suite OpenOffice.org – alles natürlich völlig kostenlos und OpenSource, also mit Einblick in den Quellcode. So kann jeder Programmierer bei der Entwicklung von neuen Version mithelfen oder auch kleine Ergänzungen an den Programmen vornehmen.
Nach eigenen Angaben benutzt die immer populärere Social-Media-Seite Twitter, wo jeder Benutzer SMS-artige Kurznachrichten mit der ganzen Welt oder Freunden austauschen kann, stark Apaches Mesos, ein Werkzeug für Cluster-Management. Obwohl das Projekt offiziell noch gar nicht veröffentlicht ist, läuft es bei Twitter bereits auf hunderten Servern. Auch andere Tools der Apache Software Foundation finden regelmäßig bei Twitter Gebrauch, so Cassandra, Hadoop, Mahout oder Pig. Dementsprechend zieht das Unternehmen eine löbliche Konsequenz und will sich nun auch großzügig gegenüber der Softwareschmiede rund um Apache zeigen und den Verbund sponsern. Konkrete Zahlen liegen bislang allerdings noch nicht vor.
Twitter bemüht sich ohnehin, als besonders engagiertes Unternehmen dazustehen: Mit dem Innovator’s Patent Agreement wurde etwa kürzlich eine Initiative vorgestellt, die den Entwicklern und Designern von Twitter eine gewisse Kontrolle über Patente auf ihre geistige Arbeit einräumen soll. Auch hier bleibt allerdings alles sehr undeutlich und prätentiös.
Derweil sorgt die Zensur bei den Tweets, wie die Kurznachrichten auf Twitter genannt werden, immer noch für Aufregung: Je nach Land können die Nachrichten automatisch zensiert werden. Das erlaubt Twitter auch in strikten Regimes am Netz zu bleiben, andererseits macht das Unternehmen damit ein moralisch ziemlich fragwürdigeres Statement. Schon seit Januar gibt es deswegen Nutzerproteste. Da kann man schon einmal fragen: Wie ernst meint es Twitter wirklich mit seinem Engagement?
19 07
Google+ hat sich unter die virtuellen Menschenansammlungen geschlichen und will Facebook nun Konkurrenz machen. Bei der neuen Plattform werden die Freunde in Gruppen, sogenannte „Circles“, eingeteilt. Wenn man also ein Bild oder einen Link an die Web-Welt schicken möchte, muss man sich zunächst entscheiden, für welchen „Freundeskreis“ das gedacht sein soll, die man als große blaue Kreise auf seinem Bildschirm findet.
Schon vorher gab es Versuche in Produkte von Google das Verteilen von Links zu ermöglichen. Jedoch scheiterten diese Projekte mit Problemen in Datenschutz, Voreinstellungen und unausreichenden Dienstleistungen und konnten sich gegen die Riesen Facebook und Twitter nicht durchsetzen.
Zwar hat auch Facebook die Funktion bestimmte Beiträge vor einigen Gruppen zu verbergen, doch lässt sich die bei Google+ deutlich leichter bedienen.
Startvorteil für Google war das Adressverzeichnis aus den E-Mail-Diensten, wobei sich Kontakte dann per E-Mail gegenseitig einladen können und ihre Konten von Yahoo oder Hotmail dafür nutzen.
Neu sind die „Sparks“, die von Google vorgeschlagen oder selbst eingerichtet werden. Dabei handelt es sich um Artikel zu bestimmten Themen, die sich abonnieren lassen. Jedoch lassen sich Details nicht einstellen, keine Quellen ausschließen oder Informationen über die Verbreitung herausfinden.
Auch Nutzer ohne Google-Konto können von einem Nutzer der Plattform eingeladen werden und bekommt Links und Fotos zu sehen. Will dieser aber auch Kommentare abgeben, ist eine Anmeldung nötig, für die man sich erst einmal in eine Warteschlange „stellen“ muss. Da aber alle auf freigegebene Links und Fotos auch für alle sichtbar sind, sollte auf Privates und streng Geheimes verzichtet werden.
Einen zusätzlichen Nachrichtendienst gibt es bei Google+ nicht, hält aber natürlich eine kleine Chat-Funktion für die ausgewählten Freunde bereit.
Das Nutzen von Google+ ist jedoch nicht nur durch den klaren Aufbau leicht und verständlich, sondern wird auch nicht- zumindest in der Testversion- durch Werbung gestört. Auch fehlen Spams und Funktionen bei denen hinter vermeintlichen Spielen Daten ausspioniert werden. Damit hängt jedoch auch zusammen, dass Organisationen und Unternehmen bei Google noch nicht präsent. So bleiben die Aktionen auf den Austausch von Links, Bildern und Statusnachrichten beschränkt.
Angeboten wird auch ein automatischer Foto-Upload mit Android-Smartphones. Damit sollen Fotos, die unterwegs geschossen wurden, automatisch in ein Google+-Album befördert werden und lassen sich dann auch an die Circles weiterreichen. Auch besteht die Möglichkeit eines Videochats.
Die neue Plattform scheint also übersichtlich und gut, ist aber bisher keine gefährliche Konkurrenz für Facebook, da noch Programmierschnittstellen und Möglichkeiten für Firmen bestehen. Allerdings gibt das auch ein beruhigendes Gefühl, da es ausreichend scheint, wenn bereits Google über alles Bescheid weiß.

Soziale Netzwerke, Foto: Lorena Blazquez_flickr